Empfehlungen Zemente

 

Die Anforderung an die Schonung der Ressourcen, an die Verringerung des Energieeinsatzes und die Auflagen zum Klimaschutz führen vermehrt zur Nutzung von Portlandkompositzementen ( CEM II ) in der Estrichherstellung. Wir empfehlen die generelle Nutzung von CEM I Zementen, da hier die besten Austrocknungsergebnisse erzielt werden. Darüber hinaus bestätigen wir die grundsätzliche Eignung folgender Zemente und geben diese für die Estrichmörtelherstellung frei:

 

- Portlandkalksteinzement CEM II/A-LL 32,5 R

- Portlandhüttenzement CEM II/A-S 32,5 R

- Portlandkompositzement CEM II/B M (S-LL) 32,5 R

 

Zemente ohne Angabe der Zementhauptbestandteile sollten nicht eingesetzt warden.

Vergleich CEM I 32,5 R und CEM II/ B-V 32,5 R

Ab dem Jahr 2008 wurde durch die hohen CO² Emissionen, die bei der Produktion von CEM I Zementen freigesetzt wird mehr und mehr die Produktion auf CEM II - Zemente umgestellt. Diese weisen einen geringeren Portlandzementklinkeranteil auf und sind dafür mit einem höheren Anteil von Fremdanteilen, wie Flugasche oder Hüttensand versehen. CEM I - Zemente sind dann je nach Bundesgebiet gar nicht mehr oder nur noch gegen einen höheren Marktpreis zu erwerben. Mit der Umstellung der Zementproduktion kommen zu den immer schärfer werdenden Forderungen der Restfeuchte und der Forderung der Auftraggeberseite den Estrich immer schneller zu belegen ab diesem Zeitpunkt das Problem hinzu, dass ein Kompositzement, wie ein CEM II, ein wesentlich schlechteres Austrocknungsverhalten aufweist, als ein CEM I- Zement. Die Berolina Bauchemie ist mit dem Produkt
BEROLITH PREMIUM EXPRESS bestens auf die Umstellung vorbereitet. Bereits im April 2007 erfolgten daher Tests, die das Austrocknungsverhalten des CEM I 32,5 R und des CEM II/ B-V 32,5 R untersuchten. Unsere Resultate sehen wie folgt aus:

REZEPTUR                          

 

                                                400 g Zement CEM I 32,5 R bzw. CEM II/ B - V 32,5 R
                                                2000 g Estrichsand 0-8mm
                                                Mischungsverhältnis: 1:5
                                                8 g (2% v. ZG)
BEROLITH PREMIUM EXPRESS
                                                95 ml Wasser

CM – MESSUNGEN

CEM I
17.04.2007, 13.00 Uhr:           Messung: 2,85 % bei 22,7°C und 42 % rel. LF (nach 24 Stunden)
18.04.2007, 14.00 Uhr:           Messung: 1,65 % bei 21,7°C und 33 % rel. LF (nach 2 Tagen)
20.04.2007, 10.00 Uhr:           Messung: 1,30 % bei 20,5°C und 30 % rel. LF (nach 4 Tagen)

CEM II
17.04.2007, 13.30 Uhr:           Messung: 3,10 % bei 22,7°C und 42 % rel. LF (nach 24 Stunden)
                                                                                                                           
18.04.2007, 14.30 Uhr:           Messung: 2,00 % bei 21,7°C und 33 % rel. LF (nach 2 Tagen)
20.04.2007, 10.30 Uhr:           Messung: 1,40 % bei 20,5°C und 30 % rel. LF (nach 4 Tagen)

Der Austrocknungsverlauf der Prismen zeigt, dass die Prismen bei denen der CEM I verwendet wurde, einen geringere Restfeuchte aufweisen, als die Prismen bei denen der CEM II verwendet wurde. Gerade in den ersten Tagen, ist der Unterschied zwischen beiden Zementen messbar. Hinzu kommt, dass für die Trocknungsvergleiche exakt die gleiche Menge Wasser genommen, wobei beim Versuch mit CEM I die Matrix deutlich plastischer war. Bei diesen Versuchen handelt es um Laborversuche. Unter Baustellenbedingungen wird bei Kompositzementen, wie CEM II- Zementen, eine höhere Menge an Wasser genommen, um eine ähnliche Konsistenz der Estrichmatrix zu erreichen, wie sie bei CEM I- Zementen schon mit dem Einsatz von weniger Wasser möglich ist. Dieser Mehrbedarf an Wasser lässt sich auf ca. 2- 3 Liter pro Mischung bei 50 kg Zement beziffern. Dieser erhöhte Einsatz von Wasser hat zur Folge, dass Estriche unter Einsatz von Kompositzementen eine deutlich höhere Restfeuchte aufweisen, als dies mit CEM I- Zementen heute der Fall ist.


Fazit

Um der Forderung der immer schnelleren Belegezeiten der Bauherrenseite auch in Zukunft nachkommen zu können, sowie den Nachteil der höheren Restfeuchte bei Nutzung von Kompositzementen gegenüber reinen Portlandzementen auszugleichen, ist der Estrichleger in Zukunft mehr denn je darauf angewiesen Maßnahmen, wie z.B. die Nutzung von Zusatzmitteln wie das Berolith® Premium Express, zu ergreifen. Nur so lassen sich höhere Forderungen an die Restfeuchte und schlechtere Trocknungseigenschaften bei den Zementen ausgleichen. Generell ist in Frage zu stellen, ob die Abschaffung der CEM I- Zemente der richtige Weg ist, da die Kosten für die zusätzlich erforderliche Bautrocknung noch gar nicht in ökonomischer, wie auch in ökologischer Weise in die Zementdiskussion eingeflossen sind!

Autor: Alexander Behrendt
           Berolina Bauchemie Behrendt GmbH

 

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